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Vorlesen für Kinder: fast schon ein Theaterstück?!

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Ich habe heute in einem Kindergarten das Märchen „Schneewittchen“ vorgelesen. Die Kinder wurden in zwei Gruppen von ca. 8 Kindern eingeteilt und dann gings los.

Nun sind Märchen, wie ich in meinem anderen Beitrag (Sind Märchen Kleinkind-tauglich?) schon geschrieben habe, per se keine leicht verständlichen Geschichten. Wie gestalte ich nun die Geschichte, dass sie für 3 – 6jährige immer noch spannend und leicht zu verstehen ist und die Kinder sich nicht langweilen?

Die Vorlage bekam ich gleich von den Kindern der ersten Gruppe, die bereits bei jedem Mal, wenn die Stiefmutter in den Spiegel geschaut hat, erst zaghaft, dann immer lauter gerufen haben: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Unterstützt habe ich das durch meine eigenen schauspielerischen Fähigkeiten (ähem, was eben so möglich ist, wenn man ein Buch in der Hand hält :-)) Mit einer Hand das Buch in der Hand, mit der anderen Hand und meiner Körpersprache und natürlich Mimik habe ich die Geschichte „mitgespielt“. Nach und nach sind die Kinder mit eingestiegen und haben mir einzelne Szenen nachgemacht.

Die Kinder in der 2. Gruppe haben aber alles noch getoppt: Es war kein einfaches „vorlesen“ mehr, sondern fast schon ein Theaterstück, das den Kindern und mir riesig viel Spaß gemacht hat :-)

Bei jeder Möglichkeit, haben die Kinder (teils sitzend, teils liegend) einzelne Szenen mitgespielt. Z.B. Als die Stiefmutter den Apfel überreicht hat, haben die Kinder die Hand ausgestreckt. Als Schneewittchen tot umgefallen ist, sind sie auch vom Sitzen ins Liegen umgefallen und am Ende … bei der Hochzeit vom Königssohn mit Schneewittchen sind alle aufgesprungen und haben getanzt.

Bringt das viel Unruhe ins Vorlesen? Nein, im Gegenteil. Wenn es zu laut wurde oder die Kinder am Boden lagen uns sich „tot“ gestellt haben, habe ich sie verbal wieder mit in die Geschichte genommen (z.B. mit leiser Stimme weiter vorgelesen), sodass alle sofort wieder gebannt bei der Geschichte waren. Oder wir haben im Vorfeld ein Zeichen ausgemacht, bei dem alle wieder ruhig sein sollen: Den „Leisefuchs“! Und es hat wunderbar geklappt.

Alles in allem hat mir das Schneewittchen-Vorlesen-Theaterstück riesigen Spaß gemacht und ich habe mich gefreut, dass die Kinder so aktiv mit dabei waren. „Und mit Theater spielen bleibt der Inhalt des Märchens auch besser in Erinnerung“, meinte die Erzieherin der Gruppe im Nachhinein lächelnd zu mir.

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