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Mein Bruder aus dem Gurkenglas (Émilie Chazerand)

 

Émilie Chazerand

Aurèlie Guillerey

2017 im Knesebeck Verlag

ISBN 978-3-86873-938-1

  

 

 

Zusammenfassung:

„Ich heiße Hieronymus und bin ein Einzelkind. Das sind meide beiden großen Probleme: keine Geschwister und ein hässlicher Vorname.“ Schon auf der ersten Seite mussten meine beiden Kinder (5 und 7) und ich laut losprusten. Die Hauptperson Hieronymus beschreibt aus der Ich-Perspektive realitätsnah und lustig, die Vor- und Nachteile eines Einzelkinds: Teilen ist zwar doof, aber dafür kann man mit Papa Männersachen machen (z.B. angeln) oder hat ein riesiges Zimmer alleine. Doch eines Tages kauft Hieronymus kurzentschlossen bei Herrn Cocolori, dem Lebensmittelhändler um die Ecke, einen Bruder im Gurkenglas … für nur 1 EUR und 28 Cent. Ob er auf einen Trick reingefallen ist oder gibt es wirklich Geschwister aus dem Glas? Ab diesem Tag ändert sich das Leben von Hieronymus jedenfalls grundlegend.

 

Fazit:

Die kurzen prägnanten Sätze sind von der Autorin genau auf den Punkt gebracht: Warum ist es toll, ein Einzelkind zu sein (oder auch nicht). Und was ändert sich, wenn man Geschwister bekommt (man muss sich daran gewöhnen, nicht mehr zu 100% im Fokus der Eltern zu sein und man muss teilen). Anschaulich wird an konkreten Beispielen die soziale Interaktion zwischen Kindern (und Erwachsenen) beschrieben. „Aber ein großer Bruder ist viel mehr Wert als 1 EUR 28 Cent.“, stellt Hieronymus schließlich fest, und seinen Bruder will er nicht mehr hergeben, denn Geschwister halten zusammen. Die liebevollen und detailreichen Illustrationen untermalen die Geschichte. Schon auf den ersten Seiten erkennen sogar kleinere Kinder bereits an den Zeichnungen, warum Hieronymus gerne Einzelkind ist bzw. warum er sich einen Bruder oder eine Schwester wünscht. Das Buch eignet sich meines Erachtens wunderbar, um Kindern das Thema Geschwister näher zu bringen.